Erfolgreiches Interim-Management-projekt

Case Study: Standortleitung und reibungslose Verlagerung im laufenden Betrieb

05.02.2024

Nominiert für den DDIM.projekt //
Interim Management
Excellence Award
2023

Auch bei einem kerngesunden Unternehmen kann sich plötzlich die Existenzfrage stellen. So erging es der Deutschland-Tochter der französischen DESAUTEL SAS, Lyon, einem Anbieter hochwertiger Brandschutz-Lösungen. Mit sieben Konzernunternehmen und 27 Niederlassungen in Frankreich ist DESAUTEL in über 60 Ländern aktiv und führend in der Branche in ihrem Heimatland.

Auftraggeber:
DEASAUTEL, SAS, Lyon, Frankreich (Familienunternehmen, Aktiengesellschaft)

Branche:
Brandschutztechnik (Feuerlöscher, Zubehör und Ersatzteile, faltbare Wassertanks sowie Feuerlöschfahrzeuge)

Umsatz:
300 Mio. Euro, in Deutschland rund 1 Mio. Euro

MA-Zahl:
1.500 MA, in Deutschland 3 MA am neuen Standort

Laufzeit:
12 Monate

Interim Manager:
Stefan Zeiss, Wirtschaftsingenieur | www.stefan-zeiss-management.de

Branche

Brandschutztechnik (Feuerlöscher, Zubehör und Ersatzteile, faltbare Wassertanks sowie Feuerlöschfahrzeuge)

Umsatz

300 Mio. Euro, in Deutschland rund 1 Mio. Euro

MA-Zahl

1.500 MA, in Deutschland 3 MA am neuen Standort

Laufzeit

12 Monate

Interim Manager

Stefan Zeiss, Wirtschaftsingenieur | www.stefan-zeiss-management.de

Herausforderungen: Stagnation, Standorttransfer, Kündigung des Personals

Die DESAUTEL-Deutschland-Tochter hatte über einen Zeitraum von mehr als zwölf Jahren eine solide Basis an Bestandskunden in Deutschland aufgebaut. In letzter Zeit sah sich das Unternehmen jedoch mit geringem Wachstum konfrontiert. Gründe dafür waren fehlende personelle Kapazitäten und die strategisch ungünstige Lage des Standortes in Jena, Thüringen. Das französische Management entschied, Büro und Lager von Jena in die Region Frankfurt am Main zu verlagern. Die Mitarbeiter:innen, neben dem Geschäftsführer war dies eine Assistentin, standen vor der Gewissensfrage: Jena verlassen oder dem Unternehmen adieu sagen? Trotz ungebrochener Begeisterung für DESAUTEL entschlossen sie sich, in Jena zu bleiben und reichten die Kündigung ein.

Das französische Management erkannte schnell, dass eine Realisierung des ambitionierten Umzugsvorhabens nicht allein von der Zentrale aus zu bewerkstelligen war – nicht zuletzt, da neben den personellen Ressourcen auch die fachliche Expertise dafür fehlte. Die TOPOS Personalberatung erhielt den Auftrag für die Suche eines Interim Managers mit internationaler (Vertriebs-) Erfahrung, umfassender Planungs- und Organisationskompetenz, Führungsstärke sowie konsequentem Umsetzungswillen. TOPOS-Geschäftsführer Stephan Löw fand in Stefan Zeiss den geeigneten Interim Manager für diese komplexe und äußerst anspruchsvolle Aufgabe.

Kernaufgaben & ZIele des Mandats:

  • Sicherstellung des operativen Geschäfts
  • Aufrechterhaltung der Kundenbeziehungen & Lieferfähigkeit
  • Ad-hoc Personalrekrutierung
  • Parallele Findung eines neuen Standorts
  • Umzug eines Vertriebs- & Logistikbüros sowie zweier Lager

Die Liste der zu bewältigenden Aufgaben war umfangreich und beinhaltete die Projektplanung für die Standortsuche inklusive der gesamten Lager-, Büro- und IT-Umzugsorganisation.

Ein zentraler Aspekt des Projektes war die Entwicklung und Umsetzung einer effektiven SCM-Strategie. Die kontinuierliche Belieferung aller B2B-Kunden mit systemrelevanten Sicherheitsprodukten, unabhängig von den Umständen und dem Fortschritt des Umzugs, hatte absolute Priorität. Dies erforderte präzise Planung und Koordination.

Inmitten des Fachkräftemangels musste der Interim Manager überdies das komplette Recruiting des neuen Personals übernehmen.

Maßnahmen des Interim Managers:

  • Standortsuche, Objektbesichtigungen, unterschriftsreife Vorverhandlung des Mietvertrags
  • Umzugsmanagement:
    • Kündigungen aller Verträge zum alten Standort
    • Umzug der IT-Infrastruktur Umzug der alten Vertriebsgesellschaft in das neue Büro
    • notarielle Standortumschreibung sowie Durchführung aller weiteren Umzugsmeldungen (Telekom, IHK, Sozialversicherungen, etc.)
  • Auflösung und Rückgabe des alten Büros
  • Definition der Stellenprofile und Verfassen von Stellenbeschreibungen
  • Beauftragung von Personalberatungen
  • Durchführung von Interviews
  • Ausarbeitung und unterschriftsreife Vorverhandlung von Arbeitsverträgen
  • Einarbeitung des neuen Personals
  • Überzeugung des Auftraggebers vom nationalen Marktpotenzial und der Besetzung einer zusätzlichen Stelle
  • Kontinuierliche persönliche Kundenbesuche und -betreuung

Stefan Zeiss ist Executive Interim Manager und Berater für den industriellen Mittelstand. Sein funktionaler Fokus liegt in der Geschäftsleitung von B2B-Vertrieb, Marketing sowie Aftermarket Business und Service.

Die Schwerpunktbranchen, in denen er neben 20 Jahren Erfahrung auch internationale Expertise vorweisen kann, sind der Maschinen- und Anlagenbau, Automotive, ICT sowie die Elektrotechnik.

Stefan Zeiss berät und unterstützt Unternehmen auf Leitungsebene in Phasen von Wachstum und Wandel, wie z.B. bei der Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen und Vertrieb, Aufbau und Entwicklung von Aftermarket Business sowie bei Restrukturierungen.

STEFAN ZEISS MANAGEMENT + CONSULTING

Stefan Zeiss ist Executive Interim Manager und Berater für den industriellen Mittelstand. Sein funktionaler Fokus liegt in der Geschäftsleitung von B2B-Vertrieb, Marketing sowie Aftermarket Business und Service.

Die Schwerpunktbranchen, in denen er neben 20 Jahren Erfahrung auch internationale Expertise vorweisen kann, sind der Maschinen- und Anlagenbau, Automotive, ICT sowie die Elektrotechnik.

Stefan Zeiss berät und unterstützt Unternehmen auf Leitungsebene in Phasen von Wachstum und Wandel, wie z.B. bei der Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen und Vertrieb, Aufbau und Entwicklung von Aftermarket Business sowie bei Restrukturierungen.

STEFAN ZEISS MANAGEMENT + CONSULTING

Umsetzung und Erfolge für das Unternehmen:

Mission Möbel, Umzug, Telekom

In nur wenigen Wochen und nach diversen Besichtigungen hatte der Interim Manager einen neuen, repräsentativen Standort in Rüsselsheim gefunden. Durch die Nähe zu wichtigen Kunden, wie beispielsweise dem Frankfurter Flughafen, und die deutlich kürzeren Wegen zur Unternehmenszentrale in Lyon war dies ein strategisch erstklassiger Schachzug. In seiner Position als Alleinkämpfer in diesem Projekt übernahm der Interim Manager auch vermeintlich Manager-untypische Aufgaben, wie etwa die komplette Ausstattung des Standortes, einschließlich der Implementierung modernster Hard- und Softwarelösungen und der Auswahl des Mobiliars: „Mit Interim-Tagessätzen kann man nicht von Möbelhaus zu Möbelhaus ziehen. Es galt, smarte und pragmatische Lösungen zu finden.“

Die Installation des Videokonferenzsystems im neuen Besprechungsraum managte der Interimer ebenfalls unbürokratisch: „Die Inbetriebnahme habe ich selbst übernommen, auf die Techniker zu warten, dauerte mir zu lange. Ich weiß nicht, wie viele Meter Kabel ich insgesamt gezogen habe“, berichtet Stefan Zeiss. Und auch für die mitunter mühevolle Kommunikation mit Telekommunikationsanbietern war der ehemalige Siemens-Key-Account-Manager im Bereich ITC bestens gewappnet.

Effizientes Lagermanagement: Vom Landwirtschaftslager zum Managed Warehouse

Ein weiterer Meilenstein in dem Projekt war die Identifikation eines „Managed Warehouse“ in unmittelbarer Nähe des neuen Standorts und der Umzug der gesamten Lagerware dorthin. Dies ermöglichte nicht nur eine optimierte Lagerhaltung, sondern trug auch dazu bei, die Logistikprozesse zu verbessern und die Lieferkette effizienter zu gestalten. Am Hauptlager des alten Standorts, einem ehemaligen DDR-Schweinestall, war im Vorfeld das Herunterfahren der Bestände nicht möglich gewesen, um die Belieferung der Kunden nicht zu gefährden. Sich dort zurechtzufinden und den Ablageort auch des kleinsten Gummirings zu kennen, stellte sich als Herausforderung dar: „Teilweise kamen die Kunden persönlich vorbei. Sie wussten, in welchem Regal das erforderliche Ersatzteil lag“, so Zeiss.

Stefan-Zeiss-Desautel-Brandschutz

Effizientes Lagermanagement: Vom Landwirtschaftslager zum Managed Warehouse

Ein weiterer Meilenstein in dem Projekt war die Identifikation eines „Managed Warehouse“ in unmittelbarer Nähe des neuen Standorts und der Umzug der gesamten Lagerware dorthin. Dies ermöglichte nicht nur eine optimierte Lagerhaltung, sondern trug auch dazu bei, die Logistikprozesse zu verbessern und die Lieferkette effizienter zu gestalten. Am Hauptlager des alten Standorts, einem ehemaligen DDR-Schweinestall, war im Vorfeld das Herunterfahren der Bestände nicht möglich gewesen, um die Belieferung der Kunden nicht zu gefährden. Sich dort zurechtzufinden und den Ablageort auch des kleinsten Gummirings zu kennen, stellte sich als Herausforderung dar: „Teilweise kamen die Kunden persönlich vorbei. Sie wussten, in welchem Regal das erforderliche Ersatzteil lag“, so Zeiss.

Stefan-Zeiss-Desautel-Brandschutz

Teambuilding trotz Fachkräftemangel

Die Suche nach qualifiziertem Personal für den neuen Standort, das neben Brandschutztechnik-Kompetenz idealerweise auch Französisch-Kenntnisse mitbringen sollte, gestaltete sich erwartbar schwierig. In dieser anspruchsvollen Situation gelang der TOPOS Personalberatung die erfolgreiche Besetzung der Position des Geschäftsführers, der nahtlos die operative Verantwortung von Stefan Zeiss übernahm. Flankierende Sales- und Marketing-Aktivitäten des Interim Managers und daraus resultierende zusätzliche Absatzmöglichkeiten überzeugten die Zentrale, zusätzlich die Position eines Vertriebsmanagers zu implementieren, um die Rahmenbedingungen für das weitere Wachstum der Tochtergesellschaft zu schaffen. Letztendlich konnten sämtliche Positionen erfolgreich besetzt werden, sodass das Unternehmen nach dem Ausscheiden des Interim Managers handlungsfähig und optimal für eine Partizipation am Wachstumsmarkt aufgestellt war.

Parallel zum Neustart: Ein Rekordauftrag

Während dieser kritischen Schritte gelang es Stefan Zeiss, den größten Einzelauftrag in der 12-jährigen Geschichte der deutschen Niederlassung zu gewinnen. Diese Leistung unterstreicht nicht nur die Fähigkeiten des Interim Managers, sondern auch die Wirksamkeit von Interim Management als Gesamtkonzept.

Fazit: Interim Management immer öfter der Schlüssel zum Erfolg

Diese Case Study ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie durchdachtes Interim Management nicht nur die Herausforderungen eines Standortwechsels bewältigen kann, sondern auch dazu beiträgt, neue Chancen zu identifizieren und zu nutzen. Insbesondere vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels erweist sich Interim Management immer häufiger als erfolgversprechende Option für Unternehmen, temporäre Managementaufgaben mit hoch qualifizierten Fachleuten zu besetzen, die sofort die Arbeit aufnehmen und sich – wie im geschilderten Fall – auch um das kleinste Detail kümmern.

Insgesamt bietet Interim Management Unternehmen die Möglichkeit, schnell auf personelle Engpässe und projektbezogene Herausforderungen zu reagieren, ohne langwierige Such- und Einstellungsprozesse durchlaufen zu müssen und gleichzeitig qualifizierte Ressourcen für bestimmte Aufgaben oder Zeiträume bereitzustellen.

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